Interview mit Andrea Salvisberg

3. Mai 2016

Lange Jahre stand Andrea Salvisberg im Schatten seiner Brüder Lukas und Florin. Das Rennen um das Olympia-Ticket hat nun aber der 27-Jährige gemacht. Der Emmentaler, der seine Stärken im Schwimmen hat, wird zusammen mit Sven Riederer nach Rio reisen.  

Die olympischen Spiele in Rio waren über Jahre dein grosses Ziel. Nun hast du die Quali geschafft und kannst planen. Wie sehen die verbleibenden Monate aus?

Ich habe im letzten Jahr sehr viel investiert und Wettkämpfe bestritten, damit ich die Qualifikation so früh wie möglich in der Tasche habe. Nun habe ich genügend Zeit, um mich perfekt auf dieses wichtige Rennen vorzubereiten. Eine wichtige Rolle spielt hier sicher Louis Heyer, der mich seit Januar beim Laufen durch eine super Planung unterstützt. 

Auf dem Weg nach Rio wurdest du von verschiedenen Trainern betreut. Welches sind die drei wichtigsten Tipps, die du von ihnen erhalten hast und die sich auch Hobbysportler zu Nutzen machen könnten?

Ein erster Tipp ist sicher das Vertrauen in den Trainer! Jeder meiner Trainer hatte eine etwas andere Art von Training und jede Art von Training kann sich bei Athleten positiv auf die Leistung auswirken. Wenn man aber seinem Trainer zu 100% vertraut und alles genau so macht, holt man aus meiner Sicht am meisten heraus. Weitere Tipps sind sicher, gut auf die Ernährung zu achten (man kann beim Ferrari nicht einfach Dünger tanken ;)) und nie die Freude am Sport oder neben dem Sport im Alltag verlieren! Denn nur so kann man seine Topleistungen überhaupt abrufen. 

Deine Rennen finden auf verschiedenen Kontinenten in unterschiedlichen Zeitzonen statt. Worauf achtest du besonders, wenn du eine lange Anreise in ein fremdes Land mit Zeitumstellung vor dir hast?

Ich habe das Glück, dass ich sehr resistent gegenüber Jetlag bin. Jedoch schaue ich beim Fliegen, dass ich immer viel zum Trinken mit dabeihabe, ein langes Unterhemd mit Kragen trage, um gegen die Klimaanlage gewappnet zu sein und vor dem Abflug eine Nasensalbe benutze, damit die Schleimhaut nicht austrocknet. So komme ich weniger angeschlagen am Ziel an und habe somit auch weniger Probleme mit der Umstellung. 

Viele Hobbysportler wollen ein Mal im Leben einen Triathlon absolvieren. Kannst du ihnen einige Tipps geben?

  • Jeder Beginner sollte sich auf seine schwächste Disziplin vorbereiten, denn diese ist der Knackpunkt beim Finishen eines Triathlons.
  • Das Schwimmen im Feld, bzw. Wasserschatten will geübt sein. Es lohnt sich demnach dies im Training zu üben.
  • Ganz wichtig ist ein regelmässiges Wechseltraining (1x pro 2 Wochen für Männer, 2-3x für Frauen). Das heisst entweder nach 4h Radfahren noch locker/gesteigert 30’ joggen gehen, oder bei kürzeren Radausfahrten noch gleich 10-15min so schnell wie möglich Rennen. Dies hilft das Umziehen zu üben und bereitet den Körper auf den Wechsel vom Rad aufs Laufen vor.
  • Im Wettkampf ist wichtig, entweder Socken zu tragen oder Babypuder in die Schuhe zu schütten, um so keine Blasen zu bekommen.
  • Im Rennen regelmässig isotonische Getränke und Gels zu sich nehmen, auch wenn man nicht Hunger oder Lust hat!