Interview mit Gunn-Rita Dahle Flesjå

17. Januar 2019

EGO-Promotion / Armin M. Küstenbrück

46 Jahre alt und noch kein bisschen müde. Gunn-Rita Dahle Flesjå ist der beste Beweis dafür, dass herausragende Ergebnisse im Leistungssport kein Alter kennen. Die mehrfache Europa- und Weltmeisterin sowie Olympiasiegerin kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken und hat Aussergewöhnliches erreicht.

Wie hast du es geschafft, dich immer selbst zu motivieren und beim Training alles zu geben, Jahr für Jahr, und selbst mit 45 Jahren beim Wettbewerb noch stets bis ans Limit gehen?

Ich habe jetzt meine Karriere inzwischen beendet, aber einer Sache bin ich mir sicher: Nach all diesen Jahren sind sportliche Tage mein Leben geworden und ich werde weiterhin trainieren, um in Form zu bleiben. Man darf niemals aufhören, mit etwas Neuem anzufangen. Fit zu bleiben gibt dir Energie, Abenteuerlust, positive Energie und ist die beste Investition in deine Gesundheit. Ich werde mir weiterhin Challenges suchen, aber auf einem etwas anderen Level... Ich habe mich bereits für einen Langlauf-Marathon jetzt im März angemeldet. Abenteuer und neue Herausforderungen liegen mir im Blut... und werden mich noch lange «jung» halten.  

Auch in deinem letzten Jahr als Profisportlerin konntest du mit den Besten der Besten mithalten. Welche sind in deinen Augen die Schlüssel zum Erfolg?

Einen Weltcup in der Saison 2018 als 45-jährige zu gewinnen grenzt fast schon an ein Wunder. Ich glaube, es kommt in erster Linie darauf an, was man will, wie hart man daran arbeitet und wie fest man an sich selbst glaubt. Ich bin sehr stolz auf diesen ganz besonderen Sieg in Andorra.

Du hast es geschafft, bei den Entwicklungen im Mountainbike über viele Jahre nie den Anschluss zu verlieren. Inwiefern haben sich die Anforderungen an die Fahrer und an das Material verändert? Und wie sieht es im Trainingsbereich aus?

Der XCO MTB-Sport hat sich in den letzten 10 Jahren stark verändert und hat eigentlich nichts mehr mit dem Sport zu tun, mit dem ich 1995 angefangen habe. Die technischen Aspekte mit mehr Drops, Sprüngen und Rock Garden sind ziemlich brutal, aber wenn man oft im Sattel sitzt, ist das in Ordnung. Kurze und intensive Runden, bei denen Sprints und Explosivität gefragt sind, und keine Zeit für Fehler - das ist einfach so. Das spricht natürlich vor allem junge Fahrer an, die schon im frühen Alter mit MTB angefangen haben. Für mich war das sehr motivierend und herausfordernd, im positiven Sinne. Ich musste Neues ausprobieren, meine Komfortzone verlassen und war sehr oft aus dem Gleichgewicht. Aber das empfinde ich als eine tolle Herausforderung.

Was sind deine drei wichtigsten Trainingstipps für (Hobby-)Mountainbiker, die dieses Jahr an einem Marathon teilnehmen möchten?

  • Absolviert zweimal pro Woche ein hochintensives Training. 
  • Trainiert so oft wie möglich am Wochenende.
  • Stellt sicher, dass ihr einmal pro Woche für 2 bis 4 Stunden ein Ausdauertraining einbauen könnt (verschiedene Trainingsformen sind ein Must ;))))

Gibt es einen Geheimtipp, den du uns preisgeben kannst?

Versuche, zwei- bis dreimal pro Woche ein rund 30-minütiges Workout mit dem eigenen Körpergewicht zu absolvieren. Du brauchst kein spezielles Programm dafür - suche dir einfach ein paar Übungen, die den gesamten Körper beanspruchen, und «arbeite» 30 Minuten lang :)