Interview mit Julie Derron

22. Oktober 2019

Photo: (c) Janos M. Schmidt / ITU Media

Innerhalb von 10 Monaten konnte sich Julie Derron an Europameisterschaften drei Mal mit Gold auszeichnen lassen. Nach zwei Titeln bei den U23 hat es in diesem Sommer nun auch auf Anhieb bei der Elite geklappt. Ihr grosses Ziel ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele von 2020.
 
Du hast dich dieses Jahr erstmals mit der Elite gemessen und konntest sogleich den Europameistertitel über die Sprintdistanz und einen Weltcup-Sieg feiern. Was ziehst du für ein Fazit über die Saison?
 

Ich bin sicherlich zufrieden mit meiner ersten Saison bei der Elite. Ich konnte grosse Erfolge feiern und einige persönliche Ziele erreichen. Jedoch mangelte es ein bisschen an der Konstanz, und ich bin noch nicht so ganz bei der Elite angekommen. Ich kann mich sicherlich in allen drei Disziplinen leistungsmässig noch verbessern und muss noch viel lernen, um auf dem höchsten Niveau richtig Fuss fassen zu können.

Du hast dich leistungsmässig kontinuierlich weiterentwickelt. Welches sind in deinen Augen die drei Schlüssel, die zum sportlichen Erfolg führen?

Als erstes sicher konsequentes Training. Es braucht nichts Spezielles, sondern man muss jeden Tag im Training das Beste geben.
Zweitens denke ich, dass Freude am Sport und am anvisierten Ziel wichtig sind, denn irgendwoher muss die Motivation für das Training ja herkommen. 
Und als letztes sind ein gutes Umfeld und ein guter Trainer enorm wichtig. Mit motivierten Personen um sich herum lässt sich ein Ziel leichter erreichen.

Triathlon ist eine äusserst trainingsintensive Sportart. Wie organisierst du dich in deinem Alltag, damit weder das Training noch das Studium zu kurz kommt? Und welches sind deine wichtigsten Tipps, um alles unter einen Hut zu bringen?

Ein gutes Zeitmanagement ist sicher wichtig. Man muss auch Prioritäten setzen können und realisieren, was wirklich wichtig ist und was auch später oder gar nicht gemacht werden kann. Auch wenn wir oft alles perfekt machen möchten, müssen wir akzeptieren, dass dies leider nicht immer möglich ist.

Im Berufsalltag ist es wichtig, eine Routine zu haben, dann geht keine Zeit für Organisatorisches verloren und man kommt in einen guten Rhythmus. 

Wenn man nicht viel Zeit für das Training hat, macht man lieber kürzere Einheiten mit mehr Qualität. Ausserdem versuche ich mich 100% auf das zu konzentrieren, was ich im Moment tue. Sei es im Training oder im Studium.

Viele Hobbysportler haben das Ziel, einmal im Leben an einem Triathlon zu starten. Welches sind deine drei wichtigsten Ratschläge, damit es klappt?

  1. Eine gute Vorbereitung ist wichtig. Vor allem die Wechsel können für Neueinsteiger etwas speziell sein. 
  2. Das Material muss intakt sein. Man sollte es vor dem Wettkampf unbedingt ein paar Mal testen. Genauso sollte man sich überlegen, was man vor und während dem Wettkampf isst. 
  3. Freude sollte man haben, sei es im Wettkampf oder schon in der Vorbereitung.

Gibt es einen Geheimtipp, den du uns preisgeben kannst? Einen Trainings-, Material-, Ernährungs- oder Erholungstipp zum Beispiel, den du jeweils anwendest?

Meiner Meinung nach gibt es keine Geheimtipps für den Erfolg, sondern er basiert auf viel Arbeit. Jeder ist unterschiedlich. Was mir aber wichtig ist, ist genügend Schlaf und gutes Essen. Bei mir darf ausserdem die tägliche ‘’heisse Schoggi’’ nicht fehlen. Für die Erholung gehe ich gern ins Dampfbad und in die Sauna.