Interview mit Linda Indergand

27. Juni 2017

Die 23-jährige Urnerin bestritt mit 6 Jahren ihr erstes Rennen. Seither hat sie das Wettkampffieber nicht mehr losgelassen. Die Zeitsoldatin hat auf allen Stufen Titel gesammelt und auch an den olympischen Spielen mit einem 8. Rang überzeugt.  

Du hast dich kontinuierlich entwickelt und befindest dich mittlerweile mitten in der Weltspitze. Wo ortest du noch Verbesserungspotential? 

Meine Ausdauer sowie das Tempo am Berg kann ich sicherlich noch steigern. Und auch an der Technik kann man immer wieder etwas verbessern. 

Du bist seit 17 Jahren wettkampfmässig unterwegs. Welches sind in deinen Augen die wichtigsten Punkte, die dich so weit gebracht haben und zum Erfolg führen? Was davon könnte sich der Hobbysportler allenfalls zu Herzen nehmen? 

Der wichtigste Punkt ist sicher der Spass an der Sache. Das Training sollte möglichst abwechslungsreich sein und vor allem im Winter auch polysportiv. Der Durchhaltewille sowie die hohe Leistungsbereitschaft haben mir immer schon geholfen. 

Viele Hobbyradfahrer starten an Volksrennen. Welches sind deine wichtigsten Tipps für eine erfolgreiche Vorbereitung einerseits und für ein erfolgreiches Rennen anderseits? 

Das regelmässige Training – wie bei allen Sportarten – ist sicherlich ein guter Grundstein. Zusätzlich empfehle ich auch ab und zu Intervalltrainings, damit das Herz-Kreislaufsystem richtig auf Touren kommt. Dann mache ich jeweils zwei Tage vor dem Wettkampf einen Ruhetag und am Tag vor dem Rennen noch eine kurze Vorbelastung. Beim Rennen selber glaube ich, dass ein häufiger Fehler ein zu schneller Start ist. Lieber am Anfang etwas zurückhalten und dann später noch richtig Gas geben, als am Anfang schon alle Körner verschiessen.

Bei längeren Rennen spielt die Verpflegung eine zunehmend wichtigere Rolle. Kannst du uns erklären, wie du dich während deinen Bike-Rennen jeweils verpflegst? 

Rund dreieinhalb Stunden vor dem Wettkampf fülle ich meine Kohlenhydratspeicher nochmals richtig mit Müesli oder Reis (je nachdem, wann der Start ist) auf. Während dem Rennen trinke ich Sponser Competition und nehme zusätzlich noch zwei bis drei Gels zu mir. Bei Rennradrennen greife ich oft auch auf Riegel zurück. Für eine optimale Erholung nach dem Rennen setze ich einen Regenerations-Shake ein. 

Gibt es einen Geheimtipp, den du uns preis geben kannst? Ein Schlüsseltraining, ein Ernährungs- oder Techniktipp zum Beispiel? 

Um die Fahrtechnik sowie das „Bikegefühl“ zu verbessern, ist mein Tipp, möglichst oft mit dem Rad zu „spielen“. Das beinhaltet Gleichgewichtsübungen, Hüpfen, Kurven fahren sowie Sachen vom Boden aufheben während dem Fahren.