Interview mit Siri Wigger

15. April 2020

Am Schweizer Langlaufhimmel geht ein neuer Stern auf. Siri Wigger sorgt mit Erfolgen an den Youth Olympic Games, den Juniorinnen-Weltmeisterschaften und den Schweizermeisterschaften der Aktiven für Furore. Und dies als erst 16-jährige!

Wie hast du deine grossartigen Erfolge in diesem Winter erlebt? Kannst du uns Einblick in deine Gefühlswelt geben?

Direkte Vergleiche mit meinen Konkurrentinnen gab es im Vorfeld nicht. Aufgrund der FIS-Punkte durfte ich mir aber Hoffnungen machen, dass es zu den Erfolgen reichen könnte. Dass schlussendlich alles so aufging, wie ich es mir vorgestellt hatte, macht mich mega glücklich und motiviert mich enorm, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Welches sind in deinen Augen die Schlüssel zum Erfolg?

Die Freude an dem, was man macht, ist ganz entscheidend. Wer sie mitbringt, ist auch bereit, ans Limit zu gehen und das Maximum aus sich herauszuholen.

Deine Stärke ist, dass du über alle Disziplinen und Techniken konkurrenzfähig bist. Wo gibt es trotzdem noch Verbesserungspotential und wie gehst du das an?

Verbesserungspotential oder Weiterentwicklungsmöglichkeiten gibt es eigentlich auch bei mir immer noch überall. Aus diesem Grund bin ich mich in allen Bereichen noch am Weiterentwickeln und am Verbessern.

Wir machen einerseits einen spezifischen Aufbau in den Bereichen Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit und arbeiten anderseits ganz gezielt an den Defiziten. Hier ist auch meine Mutter eine grosse Hilfe, welche früher selbst Wettkampfläuferin war und heute als Trainerin amtet. Sie tauscht sich regelmässig mit meinem Trainer aus, der das Ganze dann wieder umsetzt.

Derzeit ist das Wettkampfgeschehen wegen dem Coronavirus lahmgelegt. Was bedeutet das für dich?

Zuerst war ich natürlich traurig, weil alle noch anstehenden Rennen in diesem Winter abgesagt wurden. Seitdem ich jedoch den Zustand so akzeptiert habe, ist es für mich nicht mehr so ein grosses Problem, weil wir immer noch nach draussen gehen können, um zu trainieren.

Ich habe das Glück, dass ich mit meinem Bruder, der selber an den Junioren-Weltmeisterschaften starten durfte, einen Trainingspartner habe. Mit meinem Trainer und den Trainingskolleginnen bin ich nach wie vor viel in Kontakt, jedoch nicht mehr physisch.

Gibt es einen Geheimtipp, den du uns preisgeben kannst?

Wenn Freude die Triebfeder ist, fällt das Training leicht.