Interview mit Toni Livers

6. Dezember 2016

Wie aus dem Nichts gewann Toni Livers 2007 ein Weltcuprennen über 15 km Freistil. Seither läuft er im Weltcup regelmässig in die Punkteränge, nahm mehrfach an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teil und gewann etliche Volksskiläufe. 

Du startest im Gegensatz zu anderen Weltcup-Läufern auch an Volksläufen. Was macht für dich den Reiz dieser Rennen aus? In welchen Bereichen bist du überlegen, wo besonders gefordert oder sogar unterlegen? 

Als Ausgleich zu den Weltcuprennen finde ich es wunderbar, an grossen bekannten Volksläufen teilzunehmen. Dies ist auch etwas Einzigartiges, was den Langlaufsport auszeichnet, dass sich x-tausende Volksläufer mit einigen der besten Langläufer direkt messen können. 

Aus dem Weltcup bin ich mir steile Anstiege und Tempowechsel gewöhnt. In harten Wettkampfphasen und gegen Ende der Wettkämpfe kommt mir das entgegen. Speziell ist oft die Distanz der Marathons und die Renndauer, wo ich im Bereich Verpflegung und Ermüdung sehr gefordert bin. 

Bei den längsten Worldloppet Rennen wie Vasalauf oder Transjurassienne sind die Langdistanzspezialisten bedeutend besser vorbereitet. 

Welches sind deine Tipps für all jene, die dieses Jahr erfolgreich an einem Langlaufrennen starten wollen? 

Den Wettkampf sehe ich als ein Abenteuer. Die Reise beginnt mit dem Training. Neben unspezifischen und abwechslungsreichen Grundlagentraining muss den Besonderheiten des Zielwettkampfes Beachtung geschenkt werden. Bei klassisch Wettkämpfen ist das Doppelstocktraining sehr entscheidend. Bei ungewohnt langen Läufen das korrekte Verpflegen und der Umgang mit dem Energiehaushalt. Im Wettkampf selber ist es wichtig, die grundlegenden Sachen richtig zu machen. Ideales Anfangstempo wählen, richtig Verpflegen und den Anlass (Natur, Zuschauer) geniessen. 

 

Du bist seit vielen Jahren im Weltcup mit dabei. Wie hat sich die Sportart entwickelt? Wie haben sich die Anforderungen an Training und Material verändert? 

Die Skiindustrie hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht. So ist der Schuh, die Bindung und der Ski zu einer stabilen Einheit geworden, was eine bessere Kraftübertragung ermöglicht und im Bereich der Technik weitere Entwicklung ermöglicht hat. 

Die spezifische Kraft ist neben der Ausdauer entscheidender geworden. Im Oberkörperbereich ist der Athlet stärker und stabiler als noch vor einigen Jahren. 

Welches sind in deinen Augen die wichtigsten Gründe für deine Erfolge? Was könnte der Hobbysportler allenfalls versuchen zu kopieren? 

Ich liebe den Langlaufsport. Dank der Motivation fürs Training und der Lust auf neue Impulse, Veränderungen und Weiterentwicklung bleibt der Sport für mich spannend und herausfordernd. Es gilt immer wieder Neues zu probieren, aber auch neue Orte und Wettkämpfe zu erleben. 

 

 

Foto: ZVG