Mo., 3. Oktober 2016Interview mit Urs Huber
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Seit 10 Jahren fährt Urs Huber als Mountainbike Profi und reiht Erfolg an Erfolg. Es gibt kaum ein Rennen, das er noch nicht gewonnen hat. Besonders hervorzuheben sind seine Erfolge beim legendären Grand Raid Verbier-Grimentz.  

Seit vielen Jahren dominierst du geradezu auf der Marathonstrecke. Welches sind in deinen Augen die drei wichtigsten Punkte, die zum Erfolg führen?  

Freude an der ganzen Sache zu haben ist das Allerwichtigste. Ich konnte mit dem Mountainbike-Sport mein Hobby zum Beruf machen und kann jeden Tag das tun, was ich am liebsten mache. Dadurch fällt das Training über das ganze Jahr deutlich einfacher. Und dann braucht es natürlich auch ein Umfeld, das, wenn nötig, jederzeit zur Stelle ist und Unterstützung bietet. 

Bei deinen Rennen bist du jeweils mehrere Stunden mit hoher Intensität unterwegs. Kannst du uns einen Überblick geben, wie du dein Training gestaltest? Wie viel trainierst du mit dem Rennrad, wie viel mit dem Bike und natürlich in welchen Intensitätsbereichen? Machst du Krafttraining? Und wie viel Zeit investierst du in die Erholung? 

Ich trainiere gut 50% auf dem Rennrad. Da die Marathonrennen meist über die physischen Fähigkeiten entschieden werden, ist das Rennrad für mich ideal für das Training. Meistens trainiere ich ohne auf spezifische Intensitätsbereiche zu achten. Da ich ausschliesslich auf coupierten Strecken trainiere, ergibt sich dies automatisch. Wenn ich aber gezielt hohe Intensitäten trainieren möchte, bevorzuge ich das Mountainbike, da ich damit gleichzeitig auch die Koordination auf anspruchsvollen Singletrails in hohem Pulsbereich trainieren kann. Auch Krafttraining gehört in mein Trainingsprogramm. Im Winter drei Mal in der Woche, während der Saison noch einmal in der Woche. Seit einigen Jahren bevorzuge ich da das moderne Functional Training gegenüber dem stieren Gewichteheben an Geräten. Genügend Erholung, acht Stunden Schlaf und gesundes Essen gehören für mich auch zum Job. 

Welches sind deine wichtigsten drei Tipps für all jene, die im nächsten Jahr an einem Mountainbike-Marathon starten wollen? 

  • Sich gut auf das Rennen vorbereiten, rechtzeitig mit dem Training anfangen, jedoch ausgeruht in den Wettkampf starten. 
  • Im Rennen selber nicht zu schnell starten, sich die Kräfte gut einteilen, damit man es gut ins Ziel schafft. 
  • Ab und zu auch mal einen Blick in die Natur werfen. Meist finden Mountainbike Marathons in ganz schönen Regionen statt und bieten ein unvergleichliches Naturerlebnis. 

In der breiten Öffentlichkeit ist seit den olympischen Spielen und dem Sieg von Nino Schurter die Disziplin Cross-Country bekannt. Wo liegen die Unterschiede zwischen deiner Disziplin, dem Marathon und dem Cross-Country in Bezug auf Vorbereitung, Material, Renntaktik und Verpflegung?  

Das Training der Cross Country Fahrer ist wohl spezifischer als mein Training. Das schliesse ich daraus, dass es den meisten Cross Country Fahrern einfacher fällt, zwischendurch mal einen Marathon zu fahren als umgekehrt. Wenn es jedoch darum geht, ein ganzes Jahr, Woche für Woche Marathons oder Etappenrennen zu fahren, dann ist schon ein gezielteres Training dafür nötig. 

Beim Material lohnt es sich im Marathon auf jeden Fall, eher auf die sichere Seite zu tendieren. Anders als im Cross Country ist es bei uns nicht möglich, während 100 Kilometern oder mehr die Ideallinie zu treffen und jeden Stein zu kennen. Taktisch werde selbst ich nach zehn Jahren noch ständig besser und kann mittlerweile sehr von meiner Erfahrung profitieren. Vieles muss man lernen und erfahren, im Cross Country heisst es dagegen Achtung, fertig, los! 
 


Foto: ZVG

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