Interview mit Max Studer

6. Dezember 2018

Vor wenigen Wochen wurde Max Studer in Eilat (ISR) souverän U23-Europameister. Der 22-jährige, der eine Lehre als Logistiker absolvierte und mittlerweile Profi-Triathlet ist, überzeugte dieses Jahr zudem mit je einem Weltcup- und Europacup-Sieg sowie Schweizer Meistertiteln im Triathlon und in der Leichtathletik.

Dein drittes Jahr als Elite-Athlet war überaus erfolgreich. Welches sind in deinen Augen die Schlüssel zum Erfolg?

Brett Sutton, mein neuer Trainer, der sich seit November 2017 um mich und meinen Bruder kümmert, stellt für uns die richtigen Trainings zusammen. Darüber hinaus versuchen wir möglichst wenig zu reisen: Über den Winter waren wir vier Monate in Australien am gleichen Ort, und im Sommer trainierten wir vier Monate in St. Moritz. Dadurch können wir uns aufs Training konzentrieren. 

Du lebst derzeit als Profi-Triathlet. Wie sieht dein Alltag aus? 

In der Regel habe ich drei Trainings pro Tag. Dazwischen muss ich mich erholen, meine Büroarbeiten und meinen Haushalt erledigen und schauen, dass ich etwas zum Essen habe. 

Was motiviert dich, täglich zu trainieren und gegebenenfalls auch auf dies oder jenes zu verzichten? Wie gehst du mit Motivationsproblemen um?

Erfolg ist immer der beste Motivator. Zudem trainieren wir an Orten, an denen es eine Freude ist zu sein. (Sunshine Coast, Australien und St. Moritz). Hilfreich ist auch, dass ich mit einer internationalen Trainingsgruppe mit interessanten Athleten zusammen trainiere. Wenn’s dann doch mal mit der Motivation hapert, halt ich mir die Ziele vor Augen, die ich erreichen kann.

Um es ganz an die Spitze zu schaffen, gilt es in verschiedenen Bereichen noch besser zu werden. Wo ortest du bei dir das grösste Potential und mit welchen konkreten Trainingsmassnahmen versuchst du die Lücke zu schliessen?

Obwohl ich ein sehr guter Läufer bin, versuchen wir, dass ich noch länger, schneller laufen kann. Und natürlich legen wir auch ein Augenmerk auf das Schwimmen. Denn ganz grundsätzlich ist auf der Olympischen Distanz das Schwimmen wettkampfentscheidend, beim Fahrrad kommt die Substanz zum Tragen und das Laufen ist entscheidend für die Platzierung oder den Sieg.

Gibt es einen Geheimtipp, den du uns preisgeben kannst? 

Es gibt nicht einen Geheimtipp. Jeder Athlet muss mit seinem Trainer zusammen den richtigen Mix des Puzzles finden. Was ich in den letzten 12 Monaten mit Brett Sutton gelernt habe, ist, dass es auch ohne viel Technik wie Watt, Puls usw geht.